Electropop

Giorgio Moroder, 1983 © Sipa Press/Rex Shutterstock

Donna Summer vermachte uns mit «I Feel Love» den Klang der Zukunft. Damals schwebte ihre grossartige Stimme über einen noch nie dagewesenen, vollelektronischen Sound. Damit schuf Produzent Giorgio Moroder 1977 den Electropop: moderne Tanzmusik, die ohne tiefgründigen Text den Geist ansprach, Menschen zum Tanzen animierte und auf dem Dancefloor ein besonderes Feeling auslöste.

«Ich dachte, es ist ein Lied, das die Zukunft einleiten kann. Der Bass ist elektronisch, die Hi-Hat, die Snare – alles ist elektronisch. Neu ist auch dieses Schlagzeug, four on the floor. Das war damals ziemlich brutal. «I Feel Love» war eine Platte, die vorher niemand so gemacht und so gehört hatte.» (Giorgio Moroder)

Drei Jahre später, 1980, gelang der elektronischen Tanzmusik der endgültige und weitreichende Durchbruch: der innovative New Wave- und Synthiepop-Sound aus England inspirierte junge Musiker in Europa und in den USA. Die Elektronik entfaltete deren musikalische Kreativität; aus Synthesizern, Sequenzern und Drumcomputers entstanden atmosphärische Klänge, raffinierte Rhythmen, wuchtige Beats. Diese markierten die Geburtsstunde neuer Musikstile wie Hi-NRG, Italo-Disco, House, Techno und klangverwandte Subgenres.

Die analogen Achtziger waren in puncto künstlerisches Schaffen die Blütezeit des Electropops. Die erstmals erschwingliche Technik vereinfachte das Zusammenfinden von Mensch und Maschine, und ermöglichte die breite Elektrifizierung von Popmusik und Popkultur.

Text: Bruno Gullo